Stundenlanges Fahren, kein Dorf, kein Haus, keine Menschenseele - nur weite Ebenen, die sich mit aus dem Nichts aufragenden Bergketten abwechseln. Das ist Island.
Im Frühjahr dieses Jahres bekam ich die Möglichkeit an einer Schüler-Forschungsexpedition nach Island teilzunehmen. Das Ganze lief über das IJM, das Institut für Jugendmanagement in Heidelberg. Über das Infoportal meiner Schule erfuhr ich davon.
Die Forschungsexpeditionen sollen Schülern die Chance geben, einen kompletten Forschungsprozess einmal selbst zu erleben. Die tatsächliche Reise ist nur ein Teil davon. Genauso dazu gehören die Bewerbung, das Finden von Sponsoren, in meinem Fall unterstützte mich das Alfred-Wegener-Institut, das Formulieren von Forschungsfragen sowie das Dokumentieren der Ergebnisse und das Veröffentlichen und Präsentieren dieser.
Am 8.4.2026 ging es los. Ein neuntägiges Abenteuer nahm seinen Anfang. Meine Gruppe bestand aus 15 Schülern und zwei Betreuern. Am Vorabend der Reise legten wir gemeinsam unsere Forschungsfragen fest. Wir einigten uns auf vier Themen: Natur, Gesellschaft, Geologie und Wirtschaft. Am nächsten Tag flogen wir gemeinsam von Frankfurt nach Island, Keflavík. In einer Woche umrundeten wir in zwei Kleinbussen die ganze Insel, insgesamt über 1600 km.
Auf unserer Expedition brachte jeder Tag neue Highlights: Wir hielten bei Wasserfällen, Vulkankratern, Schwefelfeldern und anderen großen und kleinen Sehenswürdigkeiten. Immer mit dabei: Die Befragung von Einheimischen wie von Touristen zu verschiedenen Bereichen unserer Forschungsthemen. Beispielsweise ging es um bekannte isländische Sagen und den besonderen Schutz der Islandpferde. Immer wieder spielte auch der stark gestiegene Tourismus auf Island und dessen Folgen für Gesellschaft und Natur eine Rolle.
Ebenfalls Thema war das Risiko von Vulkanausbrüchen und wie bedroht sich Islands Bewohner davon fühlen.
Denn mitten in Island driften die eurasische und die nordamerikanische Platte auseinander. Die hohen vulkanischen Aktivitäten tief unter der Erde sind auch Ursache für viele Naturphänomene der Insel. Denn nicht nur Vulkane, auch Geysire und Schwefelfelder entstehen durch diese enormen Kräfte im Erdinneren.
Zu unserer Forschung gehörte auch, dass wir alle fünfzig Kilometer Wasserproben nahmen und Boden wie Vegetation dokumentierten, wobei letztere immer karger wurde, je weiter wir in den Norden kamen.
Meist nutzten wir den Abend und teilweise auch noch die halbe Nacht, um alle Ergebnisse des Tages zu dokumentieren und auszuwerten.
Nach neun Tagen kamen wir erschöpft, aber mit unglaublich vielen Erfahrungen und Eindrücken wieder zurück nach Deutschland. In diesen wenigen Tagen sind wir zu einer richtigen Gruppe zusammengewachsen und haben viel gemeinsam erlebt und gelernt.
Dass Island aus traumhaften Landschaften besteht, wusste ich schon vorher. Das Land stand seit langem auf meiner Reiseliste und in Kombination mit einer richtigen Forschungsexpedition war das Angebot für mich unschlagbar. Aber erst wenn man selbst diese faszinierende und oft noch fast unberührte Landschaft besucht, wird einem bewusst wie wunderschön und doch wie zerbrechlich die Natur ist. Und wie schützenswert.
Eine Reise ins Land von Feuer und Eis kann ich nur empfehlen. Es ist eine einmalige Erfahrung. Und vielleicht findet der ein oder andere sogar Interesse daran, einmal selbst an einer solchen Expedition teil zu nehmen.
Magdalena Zeitler, Schülerin am CJT-Gymnasium Lauf, Q13
Fotos: Magdalena Zeitler
Foto: Melanie Braun